Vincent Kompany traut Jonas Urbig auf Sicht die Rolle als Nummer eins im Tor der deutschen Nationalmannschaft zu. Nach der Nominierung des 23-Jährigen erklärte der Trainer des FC Bayern, wer nicht glaube, dass Urbig irgendwann Stammtorhüter werde, mache einen großen Fehler.
Kompany betonte zugleich, dass der Zeitpunkt dieser Entwicklung nicht bei ihm liege. Ob Urbig in einem oder in fünf Jahren die Nummer eins werde, müsse Bundestrainer Jürgen Klopp entscheiden. Für den Bayern-Coach ist die Berufung dennoch ein plausibler Schritt in der Kaderplanung.
Dass Urbig beim FC Bayern derzeit nur die Nummer zwei hinter Manuel Neuer ist, wertet Kompany nicht als Hindernis. Auch die Nationalmannschaft müsse für die Zukunft planen, sagte er, und nannte die Entscheidung für Urbig „vernünftig“ und „stabil“.
Der Bayern-Trainer verband sein Lob mit einem grundsätzlichen Hinweis auf die Förderung eigener Talente. Ein Land müsse sein Talent schützen und weiterentwickeln, sagte Kompany, und machte deutlich, dass er die Nominierung genauso vorgenommen hätte.
Urbig gehört für das dritte und vierte Spiel der Nations League zu den drei nominierten Torhütern. Für die Partien gegen Serbien am 1. Oktober in München und in Griechenland am 4. Oktober stehen außerdem Noah Atubolu von Eintracht Frankfurt und Finn Dahmen vom FC Augsburg im DFB-Kader.
Für den ersten Kader in den Spielen in den Niederlanden am 24. September und gegen Griechenland in Augsburg am 28. September hatte Klopp neben Dahmen auch Marc-André ter Stegen von Ajax Amsterdam und Alexander Nübel von Besiktas nominiert. Die Torwartfrage bleibt damit in der Nations League breit angelegt, während Urbig aus Sicht seines Vereinstrainers bereits klar als Zukunftsoption gilt.