Der 1. FC Köln ging mit einer 1:2-Niederlage beim Hamburger SV in die Länderspielpause. Im Umfeld des Vereins nahm danach die Unruhe zu; beim Auswärtsspiel waren vereinzelte, aber deutlich hörbare Pfiffe aus dem Gästeblock zu hören. Funkel, der den Club weiterhin verfolgt, hält die Reaktion für überzogen.

Im Gespräch mit der Bild verwies der 72-Jährige auf die vier Punkte aus den ersten vier Ligaspielen und auf positive Halbzeiten in den Heimspielen gegen Hoffenheim und Bremen. Die Niederlage in Hamburg sei aus seiner Sicht vermeidbar gewesen, die Mannschaft habe dort aber gut gespielt. Deshalb könne er nicht nachvollziehen, warum Wagner bei einem Teil der Anhänger bereits so stark in der Kritik stehe.

Funkel sieht sozialen Medien als zusätzlichen Belastungsfaktor für Trainer. Sein Rat an Wagner: In Interviews könne dieser offensiver und selbstbewusster auftreten und stärker zeigen, wer er abseits der Seitenlinie sei. Zugleich nahm Funkel auch die Vereinsführung um Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler in die Pflicht. Die Verantwortlichen sollten gemeinsam überlegen, wie der Club nach außen ein besseres Bild vermitteln könne.

Für die Saison traut Funkel Köln den Klassenerhalt zu. Nach seiner Einschätzung wurde der Kader verstärkt und die Mannschaft könne mehr als die 32 Punkte der Vorsaison holen. Einen einstelligen Tabellenplatz hält er dagegen nicht für ein realistisches Ziel.

Besondere Bedeutung für die Stimmung im Verein hat nach Funkels Einschätzung das Derby gegen Borussia Mönchengladbach am 11. Oktober. Er bezeichnete die Partie nicht als richtungsweisend für die Tabelle, wohl aber für die Atmosphäre rund um den FC: Ein Sieg könnte die Diskussion beruhigen; eine weitere Enttäuschung würde den Druck auf Wagner und den Club erhöhen.