Der 27-Jährige hatte sich beim missglückten Bundesliga-Auftakt mit der 1:4-Niederlage in Freiburg verletzt. Vor der Länderspielpause trainierte er bereits wieder mit der Mannschaft, für einen Platz im Kader gegen Augsburg reichte es jedoch noch nicht. In seiner Abwesenheit fand Werder eine Formation, die Ergebnisse brachte: Aus den folgenden drei Partien nahm der Klub sieben Punkte mit.
Thioune reagierte auf Lynens Ausfall mit einer Anpassung im Zentrum. Anstelle des 4-3-3 mit einem alleinigen defensiven Mittelfeldspieler setzte Bremen überwiegend auf eine Doppelsechs. Youri Regeer, von Ajax ausgeliehen, übernahm dabei neben Neuzugang Ludovit Reis die defensivere Rolle; Chuki erhielt weiter vorn mehr Freiheiten. Die Rückkehr des bisherigen Stammspielers wirft nun die Frage auf, ob der Trainer diese Struktur beibehält.
Eine gemeinsame Besetzung mit Lynen und Regeer kann sich Thioune nach eigener Aussage vorstellen. Beide seien vom Spielertyp her ähnlich; zusammen würden sie wahrscheinlich eine Doppelsechs bilden. Regeer könne dabei auch etwas offensiver agieren, sagte der Werder-Coach der Bild. Das gäbe Thioune zusätzliche Optionen, würde aber zugleich die Balance im Zentrum verändern.
Für eine solche Lösung spricht die defensive Stabilität, die beide Mittelfeldspieler mitbringen. Gegen sie könnte die offensive Ausbeute sprechen. Lynen verbuchte in bislang 102 Pflichtspielen für Werder fünf Vorlagen, ein eigenes Tor gelang ihm noch nicht. Regeer blieb in seinen drei Einsätzen für Bremen ohne Torbeteiligung. Auch bei Ajax kam er auf sieben Scorerpunkte in 57 Spielen; beim FC Twente waren es ebenfalls sieben in 65 Partien, jeweils zwei Tore und fünf Vorlagen.
Sollte Lynen wieder beginnen, müsste Thioune möglicherweise zwischen Reis und Chuki entscheiden. Reis bringt laut der Ausgangslage ebenfalls wenig Torgefahr mit, während Chuki bereits zwei Vorlagen gesammelt und zuletzt einen starken Eindruck hinterlassen hat. Damit könnte eine Rückkehr eher Reis den Platz kosten. Eine endgültige Aufstellung ist damit nicht vorweggenommen: Entscheidend wird sein, ob Thioune die funktionierende Doppelsechs beibehält und wie er defensive Absicherung und Offensivimpulse gewichtet.