Franziska Giffey hat ihr Direktmandat im Berliner Wahlkreis Rudow knapp verfehlt. Die frühere Regierende Bürgermeisterin unterlag dem CDU-Kandidaten Olaf Schenk mit rund 300 Stimmen Abstand. Die SPD Neukölln sichert sie demnach nicht über die Liste ab; ohne den Wahlkreissieg verliert sie ihren Sitz im Abgeordnetenhaus.

Giffey erklärte auf Facebook, sie habe das beste Erststimmenergebnis der SPD in Berlin erzielt. Dennoch hätten 1,4 Prozentpunkte zum Erfolg gefehlt. Sie bezeichnete das Ergebnis als bitter und verwies darauf, dass die SPD in Rudow trotz Gegenwinds auf Landes- und Bundesebene mehr als doppelt so hohe Stimmenanteile wie im Berliner Landesdurchschnitt erreicht habe.

Zugleich verlangte Giffey eine offene und klare Aufarbeitung in Partei und Fraktion. Ihrer Einschätzung nach lasse sich das Ergebnis nicht allein mit den vergangenen Monaten erklären, sondern müsse vor dem Hintergrund der Entwicklung der letzten Jahre betrachtet werden.

Inhaltlich warb sie für pragmatische Politik, die Alltagsprobleme angeht. Sie nannte bezahlbaren Wohnraum, einen pünktlichen Nahverkehr, ausreichend Personal an Schulen, sichere Nachbarschaften, saubere Straßen, Grünflächen und Spielplätze sowie eine starke Wirtschaft und einen Staat, der seine Aufgaben erfüllt. Innerparteiliche Richtungsdebatten seien aus ihrer Sicht nicht das, was die Wähler wollten.

Giffey war von 2021 bis 2023 Regierende Bürgermeisterin. Nach der Wiederholungswahl 2023 übernahm Kai Wegner das Rathaus; Giffey wurde Senatorin für Wirtschaft und Energie. Zuvor war sie Bundesfamilienministerin und trat im Zusammenhang mit der Plagiatsaffäre um ihre Doktorarbeit zurück.