Der 38‑jährige Max Kruse, der von 2013 bis 2015 14 Länderspiele für Deutschland absolvierte, äußerte in einem Interview mit wettbasis.com scharfe Kritik an der Kapitänsbinde von Joshua Kimmich. „Für mich ist Kimmich, trotz seiner Rolle bei Bayern, kein Leader‑Spieler“, sagte Kruse und fügte hinzu, dass Leadership mehr sei als das Tragen der Kapitänsbinde und das harte Einsteigen in Zweikämpfe.

Kruse bemängelte zudem, dass der Kader der deutschen Nationalmannschaft „zu glattgebügelt“ sei und es an „kantigen Typen“ fehle, die seiner Ansicht nach für echte Führungsqualitäten auf dem Platz nötig seien. Er sah aktuell „keine richtige Leader‑Figur auf dem Platz“.

Joshua Kimmich bleibt jedoch laut Jürgen Klopp Kapitän der Nationalmannschaft. Der Bayern‑Mittelfeldspieler, der in den kommenden Wochen sein 100. Länderspiel erreichen soll, wird voraussichtlich wieder im Mittelfeld eingesetzt, während er weiterhin die Kapitänsbinde trägt.

Klopp, der gerade seinen ersten Lehrgang als Bundestrainer absolviert, betonte in der Kader‑Vorstellung, dass Stabilität vor allem von der Defensive komme und dass er von jedem Spieler, Kimmich eingeschlossen, ein hohes Maß an Einsatz erwarte. Die Mannschaft, nach dem Rückzug von Brajan Gruda noch 43 Spieler stark, steht vor vier Nations‑League‑Spielen gegen die Niederlande (24. September), Griechenland (27. September und 4. Oktober) sowie Serbien (1. Oktober).

Kruse, der nach seiner Profi‑Karriere nun in der Bezirksliga beim BSV Dersim II spielt, hat damit eine seltene öffentliche Auseinandersetzung mit einem amtierenden Nationalteam‑Kapitän ausgelöst. Ob seine Äußerungen Einfluss auf die Aufstellung oder das Führungsverständnis von Klopp haben werden, bleibt abzuwarten.