Die Formel‑1‑Kommission des Weltverbands FIA gab am Montag in London bekannt, dass die offizielle Renndistanz ab der Saison 2027 von bislang 305 Kilometern auf 290 Kilometer reduziert wird, was je nach Strecke eine Kürzung von zwei bis drei Runden bedeutet. Gleichzeitig wurden die Regeln für das maximal dreistündige Zeitfenster bei Regenunterbrechungen angepasst, um den Zuschauern ein möglichst vollständiges Rennerlebnis zu ermöglichen.
Der 41‑jährige Rekordweltmeister Lewis Hamilton, der für Ferrari fährt, kritisierte die Entscheidung scharf, bevor er am Großen Preis von Aserbaidschan antrat. Er erklärte, dass die verkürzten Rennen „einfacher als je zuvor“ seien und fordere, dass die Strecke „körperlich und mental so anspruchsvoll wie möglich“ bleiben solle, damit Fahrer an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gebracht werden.
Hamilton bemängelte, dass viele aktuelle Rennen nur einen Boxenstopp erforderten und er sich häufig mehr Runden gewünscht habe. „Wir haben viele Rennen, bei denen nur ein Boxenstopp nötig ist. Das ist nicht besonders anspruchsvoll“, sagte er und forderte längere Rennstrecken, um die sportliche Herausforderung zu erhöhen.
Zusätzlich äußerte Hamilton Zweifel an der Zukunft der Grand‑Prix‑Termine im Nahen Osten. Er betonte, dass er gerne in Katar und Abu Dhabi fahren wolle, aber derzeit nicht über alle Informationen verfüge, um das Risiko einschätzen zu können, und vertraue darauf, dass Stefano Domenicali, CEO der Formel 1, die richtige Entscheidung treffe.
Der offizielle Kalender sieht ein Saisonfinale mit Rennen in Katar am 29. November und in Abu Dhabi am 6. Dezember vor. Angesichts des anhaltenden Konflikts zwischen den USA und dem Iran wird jedoch eine Absage dieser Termine als wahrscheinlich eingeschätzt. Sollte dies geschehen, gilt Imola in Italien als möglicher Ersatzort, obwohl Hamilton Bedenken hinsichtlich des winterlichen Wetters am italienischen Kurs äußerte.