Die Band bestätigte den Tod in einem offiziellen Statement und würdigte Anderson als hingebungsvollen Vater, Freund und geschätztes Mitglied der Musik‑ und Unterhaltungsszene.

Andersons Tod kam nach einem Herzstillstand, den er im August während der europäischen Etappe seiner Abschiedstour „One Last Ride“ erlitten hatte – einen Tag nach einem Konzert in Köln. Die Tour musste daraufhin abgebrochen werden, neun weitere Shows, darunter das geplante Finale in Busdorf (Schleswig‑Holstein), fielen aus.

Geboren am 5. August 1947 im Melbourner Vorort Coburg, wuchs Anderson in ärmlichen Verhältnissen auf und war zunächst Mitglied eines Motorradclubs, bevor er 1976 die Rolle des Frontmanns bei Rose Tattoo übernahm.

Unter Andersons Führung erreichte die Band in den frühen 1980er‑Jahren internationale Bekanntheit, wurde von Guns N’ Roses gecovert und begleitete 1993 die legendäre „Use Your Illusion“-Welttournee der US‑Band.

Neben seiner Musikkarriere spielte Anderson 1985 im Kult‑Actionfilm „Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel“, moderierte TV‑Shows und engagierte sich jahrzehntelang für benachteiligte Jugendliche, wofür er 1993 den Orden von Australien von Königin Elisabeth II. erhielt.

Seine Ballade „Suddenly“ aus dem Jahr 1987 wurde durch die Hochzeit von Scott und Charlene in der Serie „Neighbours“ einem Millionenpublikum bekannt – die Auswahl erfolgte persönlich durch Kylie Minogue.

In seiner Autobiografie schilderte Anderson Kindheitstraumata und sexuellen Missbrauch, was ihn zu einem leidenschaftlichen Fürsprecher für Kinder‑ und Jugendschutz machte. 2018 erlitt er den Verlust seines jüngsten Sohnes Liam bei einem brutalen Angriff, ein Ereignis, das er öffentlich als „unbeschreiblich grausam“ bezeichnete.

Die Band und zahlreiche Fans trauern um das letzte verbliebene Gründungsmitglied von Rose Tattoo, das bis zuletzt für seine unermüdliche Energie und seinen unerschütterlichen Kampfgeist bekannt war.