Berlin hat seine Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 zurückgezogen. Bürgermeister Kai Wegner bestätigte die Entscheidung am Donnerstag. Damit wird der deutsche Kandidat am Samstag in Baden-Baden zwischen München und der Region Rhein-Ruhr mit Köln bestimmt.

Das Konzept Berlin+ erhielt im Evaluierungsbericht des Deutschen Olympischen Sportbundes 75 von 100 Punkten und landete damit hinter München mit 87 und Rhein-Ruhr mit 85 Punkten. Die Kommission bewertete das Berliner Konzept zwar als gut, sah die beiden anderen Bewerbungen aber insgesamt stärker.

Ein wesentlicher politischer Nachteil war die fehlende verbindliche Zustimmung der Berliner Bevölkerung. München und Nordrhein-Westfalen hatten bei Volksentscheiden jeweils 66 Prozent Zustimmung erhalten. Berlin sieht ein solches Referendum in seiner Verfassung nicht vor.

Wegner erklärte, Olympische und Paralympische Spiele wären eine große Chance für Berlin und Ostdeutschland gewesen. Die Bewerbung verlor jedoch zusätzlich politischen Rückhalt, nachdem die Linke nach der Berliner Wahl ihre Unterstützung infrage gestellt hatte. Eine für Donnerstag angekündigte Initiative gegen Olympia kann den Rückzug nun kaum noch verändern.