Klopp setzt zum Start der Nations League auf einen XXL-Kader. Schon im Vorfeld waren viele Informationen durchgesickert, ehe der 59-Jährige am Donnerstag ab 10 Uhr die offiziellen Antworten gab. Insgesamt 44 Spieler stehen in Klopps erstem DFB-Aufgebot, aufgeteilt in zwei Kader. Der erste Kader bestreitet die Duelle gegen die Niederlande und Griechenland, der zweite die Spiele gegen Serbien und das Rückspiel gegen die Griechen.
„Wir haben nicht geschaut, was wir nicht haben, sondern was wir haben. Heraus kam ein sehr talentierter Kader“, erklärte Klopp auf der Pressekonferenz. Dass bei 44 Akteuren die ein oder andere Überraschung dabei ist, versteht sich fast schon von selbst. Besonders bemerkenswert: 16 Spieler haben bislang noch kein einziges A-Länderspiel absolviert.
Diese 16 Nominierten sind noch ohne Länderspiel: Finn Dahmen (Augsburg), Jonas Urbig (Bayern), Noah Atubolu (Frankfurt), Hennes Behrens (Augsburg), Max Rosenfelder (Freiburg), Philipp Treu (Freiburg), Bambassé Conté (Hoffenheim), Yannick Engelhardt (Freiburg), Younes Ebnoutalib (Frankfurt), Finn Jeltsch (Stuttgart), Mika Baur (Celtic), Said El Mala (Köln), Brajan Gruda (Leipzig), Vitaly Janelt (Brentford), Felix Keidel (Elversberg) und Derry Scherhant (Freiburg).
Trotz der Fülle an Spielern im Klopp-Kader gibt es auch bekannte Namen, die fehlen. Neben TSG-Keeper Oliver Baumann allen voran VfB-Kapitän Deniz Undav und Leroy Sané (Galatasaray). Während Baumann und Sané künftig wohl keine Rolle mehr im DFB-Team spielen dürften, soll Undav grundsätzlich noch gute Chancen unter Klopp haben, zunächst aber erst wieder vollständig fit werden und in Topform kommen.
Im Tor setzt Klopp auf Marc-André ter Stegen als erfahrenen Rückhalt. „Ich habe mich als erfahrenen Mann für Marc-André ter Stegen entschieden. Dahinter wollte ich dann die nächste Generation haben“, sagte Klopp – auch mit Blick auf die Nicht-Nominierung von Oliver Baumann. Fünf Keeper stehen in seinem Aufgebot, die damit allesamt in der Hierarchie noch vor Loris Karius sind. Der Schalke-Keeper, der einst unter Klopp in Liverpool spielte, hatte bei den Königsblauen nach dem geglückten Aufstieg überzeugt, wurde aber nicht berücksichtigt.
Auch Jeff Chabot (VfB Stuttgart) wurde nicht nominiert. Der 28-jährige Innenverteidiger scheint zu viel Konkurrenz vor der Nase zu haben. Karim Coulibaly (Racing Straßburg) muss sich bei seinem neuen Verein erst durchsetzen und wird vorerst weiter für die deutsche U21 spielen. Nnamdi Collins (Eintracht Frankfurt) fehlte wegen Rückenproblemen und einer schwierigen Vorsaison. Angelo Stiller (VfB Stuttgart) zog sich nur eine Knieprellung zu und könnte am Samstag gegen Dortmund wieder auflaufen, dennoch verzichtete Klopp auf den Linksfuß, um zunächst andere zentrale Mittelfeldspieler zu testen.
Maximilian Beier (BVB) gilt mit seiner Schnelligkeit und geradlinigen Spielweise als perfekter Klopp-Spieler, wurde aber nicht berücksichtigt. Klopp testet stattdessen Überraschungskandidaten wie Bambasé Conté (Hoffenheim) und Derry Scherhant (Freiburg). Jamie Leweling (VfB Stuttgart) muss sich in Stuttgart zunächst wieder seinen Stammplatz zurückerobern. Nicolo Tresoldi (Club Brügge) könnte sich auch für eine Nationalelf-Karriere für Italien entscheiden; der Entscheidungsprozess läuft noch. Dzenan Pejcinovic (VfB Stuttgart) muss sich weiter beim VfB und in der U21-Nationalmannschaft beweisen. Paris Brunner (AS Monaco) hat sich nach einer Leihe bei Cercle Brügge unter Neu-Trainer Filipe Luis im Sturmzentrum durchgesetzt und fünf Tore in den ersten sechs Pflichtspielen erzielt; er könnte früher oder später ein Thema für die A-Nationalmannschaft werden, steigt aber zunächst von der U20 in die U21 auf.
Im zentralen Mittelfeld stehen neben Kapitän Joshua Kimmich, der fest in dieser Rolle eingeplant ist, und Bayern-Teamkollege Aleks Pavlovic über die vier Spiele auch Tom Bischof, Nadiem Amiri, Yannik Engelhardt, Felix Nmecha, Anton Stach, Vitaly Janelt, Felix Keidel und Mika Baur zur Verfügung.