Eine Gruppe maskierter Personen hatte am Sonntagabend (13. September) am Bahnhof Oppum einen fahrenden Bus des Schienenersatzverkehrs mit Fans des Wuppertaler SV angegriffen, zum Anhalten gezwungen und mehrere Scheiben eingeschlagen. Die Angreifer versuchten vergeblich, in das Businnere zu gelangen.

Der Fall beschäftigt neben der Polizei mittlerweile auch den KFC Uerdingen. Er fällt mitten in die Debatte um die Zukunft des KFC-Fanprojekts: An diesem Donnerstag (17. September) wird im Jugendhilfeausschuss über eine Einstellung des Projekts gesprochen. Die Stadt will die Gelder anders nutzen, zumal es nicht gelingt, offene Stellen zu besetzen.

Für KFC-Sprecher Manuel Kölker zeigt der Vorfall, dass eine Einstellung der falsche Schritt wäre. Zwar liege die Verantwortung bei der Stadt, die das Recht habe, die Gelder nach eigenem Ermessen einzusetzen. Doch genau solche Dinge zeigten, wie elementar die Arbeit des Fanprojekts sei. „Solche Auswüchse von dem Verein nahe stehenden Personen – von Fans will ich ausdrücklich nicht sprechen, das sind Chaoten – gibt es leider bei jedem größeren Verein. Und gerade solche Fanprojekte auch zur Gewaltprävention sind hier der einzige Weg, dieser Sache perspektivisch Herr zu werden“, sagt Kölker. Das aktuelle Signal sei verheerend.

Der KFC arbeite intensiv daran, gegenzusteuern, betont Kölker. Der Verein habe bei allen Sitzungen der Vergangenheit darauf hingewiesen. Im vergangenen Jahr habe er so viele Strafen an den Verband gezahlt, wie ein Topspieler im aktuellen Kader koste. „Diese Leute haben uns also einen Leistungsträger gekostet“, sagt er. Es gebe sogar Drohungen von Punktabzügen. „Ich möchte eigentlich nicht in die Situation kommen, am Saisonende sportlich die Punkte für den Aufstieg gesammelt zu haben, aber aufgrund von Abzügen weiter in der Oberliga zu spielen“, so Kölker.

Auch in der Außendarstellung, beispielsweise bei Sponsoren, sei der Vorfall katastrophal. „Wir arbeiten derzeit hart daran, das Bild des KFC in der Öffentlichkeit nachhaltig zu verbessern. Solche Ereignisse reißen das alles wieder ein. Es ist ein absoluter Bärendienst für den Verein. Insbesondere, da in dem Fall auch noch viele Unbeteiligte im Bus waren“, betont er.

Kölker appellierte an die Fanszene insgesamt, nicht aus falsch verstandener Loyalität die Chaoten zu decken, sondern an der Aufarbeitung mitzuarbeiten. Nur so könne der Verein perspektivisch ohne Negativmeldungen, Strafzahlungen und Punktabzüge auf gesunde Füße kommen.