In einer gemeinsamen Mitteilung teilten Böhmermann und das ZDF mit, dass die Sendung im Dezember aus dem Programm genommen wird. Der Satiriker begründete die Entscheidung damit, er künftig „noch mal eine andere Sendung machen“ wolle.
Gleichzeitig erklärte das ZDF, dass man sich „in guten Gesprächen“ über ein mögliches neues Showkonzept befinde. Programmdirektorin Nadine Bilke betonte, dass das Magazin mit seiner Mischung aus Satire und Investigation wichtige öffentliche Diskurse angestoßen habe und dass man die Zusammenarbeit mit Böhmermann gern fortsetzen wolle.
„ZDF Magazin Royale“ lief seit 2020 beim ZDF und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Grimme‑Preis und dem Deutschen Fernsehpreis. Vor dem Magazin hatte Böhmermann bereits seit 2013 das „Neo Magazin“ bzw. „Neo Magazin Royale“ auf ZDF Neo moderiert.
Die Sendung war jedoch immer wieder Gegenstand von Kritik und juristischen Auseinandersetzungen. So verklagte Böhmermann 2022 den damaligen BSI‑Chef Arne Schönbohm wegen unbegründeter Vorwürfe, die er nicht belegen konnte.
Ein neuer Streitpunkt könnte die Entscheidung des ZDF beeinflusst haben: Der Medienanwalt Christian Schertz, über den Böhmermann im April 2023 in einer Satire‑Einlage als „Scherzanwalt Dr. Christian Witz“ spöttisch sprach, sandte dem ZDF‑Intendanten Norbert Himmler ein Schreiben. Darin kritisierte Schertz die Darstellung körperlicher Merkmale und forderte eine Stellungnahme zum journalistischen Anspruch der Sendung. Die Frist von zwei Wochen, die Schertz setzte, endete am selben Tag, an dem das ZDF die Einstellung bekannt gab.
Obwohl Schertz keine Klage androhte, könnte sein Brief das bereits angedachte Ende des Vertrags, das laut FAZ bereits im Vorjahr diskutiert worden war, beschleunigt haben. Böhmermann und das ZDF haben angekündigt, dass sie an einem neuen Format arbeiten, das die erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen soll.