Die Sanierung betrifft Häuser an der Burgstraße und Eckwiesenstraße, die laut Anwohnern stark renovierungsbedürftig sind: bröckelnder Putz an den Balkonen, graue Fassaden und veraltete Küchen ohne Dampfabzug.
Im Rahmen des achtjährigen Sanierungsplans erhalten die Wohnungen neue Küchen, Bäder, Sanitärleitungen und Balkone; zudem werden Fassaden gedämmt, Fenster energetisch modernisiert und Heizungen durch Wärmepumpen ersetzt.
Im Gegensatz zu früheren Projekten, bei denen Leerkündigungen zu Protesten führten – etwa bei den sogenannten „Sugus‑Häusern“ im Zürcher Kreis 5 – setzt Terresta auf eine Sanierung im bewohnten Zustand, um sozialen Wohnraum zu erhalten.
Claudia Suter, Leiterin Entwicklung und Bau bei Terresta, betont, dass das Vorgehen „sozialverträglich“ sei und Mieter nicht aus wirtschaftlichen Gründen verdrängt werden sollen.
Die erste Bauphase umfasst vier Häuser und soll bis Mitte September abgeschlossen sein. In einer betroffenen Wohnung lebt 35‑jährige Jasmin Freitag, die seit 2019 mit ihrer Familie dort wohnt und monatlich rund 1 400 Franken zahlt.
Freitag berichtet, dass nach Abschluss der Sanierung ihr Mietzins um etwa 400 Franken steigen wird; sie habe zunächst nach einer Alternative gesucht, blieb jedoch, weil keine andere Wohnung gefunden wurde.
Während der Bauarbeiten sind Küche und Bad vollständig ausgerissen und durch staubgeschützte Wände vom Rest der Wohnung getrennt. Die Bewohner nutzen temporäre Sanitär‑ und Küchencontainer im Innenhof, was das tägliche Leben zu einer Art „Camping“ macht.
Der Mieterverband Zürich lobt das Modell als „Königsweg“ und bezeichnet Leerkündigungen als unsitte. Walter Angst, Leiter Kommunikation beim Mieterverband, sieht in der bewohnten Sanierung eine Win‑Win‑Situation für Mieter und Eigentümer.
Die Bauarbeiten verursachen laut den Mietern anhaltenden Baulärm und erfordern viel Flexibilität, insbesondere für ältere Bewohner, die sich an das ständige Hin‑ und Her zwischen Wohnung und Container anpassen müssen.