Der 1972 gegründete Verein, der 1990 von der Stadtverwaltung übernommen und 2014 in Amed SFK umbenannt wurde, stieg in der Saison 2023/24 als Meister der türkischen Dritten Liga in die Zweite Liga auf und schaffte bereits zwei Jahre später als Tabellenzweiter den Sprung in die erstklassige Süper Lig.

Nach sechs Spieltagen liegt Amed SFK mit vier Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage an der Tabellenspitze, vor den traditionellen Großclubs aus Istanbul. Der jüngste Erfolg war ein 3:2‑Sieg gegen den Traditionsverein Beşiktaş, bei dem Gift Orban das 1:0 erzielte und ein weiteres Tor vorbereitete.

Der 24‑jährige Stürmer Gift Orban, der im Sommer von der TSG Hoffenheim auf Leihbasis kam und dem Amed SFK eine Kaufoption eingeräumt wurde, steht nach dem Spiel mit sieben Saisontoren und zwei Vorlagen gemeinsam mit Trabzonspors Mohamed Salah an der Torjägerspitze.

Neben Orban haben weitere Spieler mit deutschen Wurzeln den Aufstieg mitgestaltet: Mittelfeldspieler Gökhan Gül, geboren in Castrop‑Rauxel und aus den Jugendabteilungen des VfL Bochum sowie Fortuna Düsseldorf, sowie Rechtsaußen Dilhan Demir, geboren in Herne und über den Wuppertaler SV nach Türkei gewechselt, gehören zum Kader.

Finanziell operiert Amed SFK mit einem geschätzten Kaderwert von rund 27,6 Millionen Euro – ein Bruchteil der Budgets der etablierten Spitzenclubs, was den sportlichen Erfolg umso bemerkenswerter macht.

Der Klub trägt seit seiner Umbenennung die kurdischen Farben Rot, Grün und Weiß, die an die kurdische Flagge erinnern, und hat immer wieder mit politischen Spannungen zu kämpfen. In der Saison 2015/16 wurde das Team wegen ideologischer Banner und Gesänge mit Geldstrafen belegt und seine Anhänger von zahlreichen Auswärtsspielen ausgeschlossen.

Am 8. November 2023 protestierten Teile der Münchner Ultra‑Szene während des Champions‑League‑Spiels FC Bayern München – Galatasaray in der Allianz Arena mit einem Banner, das die Aufhebung der Auswärtssperren für Amed‑Fans forderte. Der Klub dankte öffentlich für die Unterstützung aus Deutschland.

Die politische Lage hat sich seitdem verändert: Die Auflösung der militanten PKK im Jahr 2025 leitete einen Friedensprozess ein, der laut Politikwissenschaftler Vahap Coskun die Angst und Sorge um den Klub deutlich reduziert habe. Coskun betont, dass künftig sportliche Angebote des Vereins stärker von Projektperspektiven als von politischen Zwängen abhängen werden.