Seit Lionel Messi und Cristiano Ronaldo nicht mehr um den Ballon d’Or kämpfen, sei das Rennen wieder spannender geworden, berichtete die Sportpresse. In diesem Jahr jedoch habe sich ein ungewöhnlicher Wahlkampf entwickelt, bei dem vor allem zwei junge Stars die Debatte dominieren.

Lamine Yamal, der spanische Ausnahmetalent, erklärte kürzlich bei Movistar Plus, der Preis müsse an den besten Spieler gehen – nicht an den, der 80 Tore schieße. Seine Bemerkung wurde in München als Hinweis auf Harry Kane verstanden, der in der vergangenen Saison eine außergewöhnlich hohe Torzahl erzielt habe.

Sportvorstand Max Eberl kommentierte die Situation in der vergangenen Woche und sagte: „Am besten sind die Spieler, die keinen Wahlkampf brauchen.“ Er fügte hinzu, dass Wahlkampf nur von zwei Spielern komme – Kylian Mbappé und Lamine Yamal.

Matthäus bestätigte diese Einschätzung im Interview mit SPORT1: „Wahlkampf kommt nur von zwei Spielern. Von Kylian Mbappé und Lamine Yamal. Kane habe ich nicht gehört und Michael Olise redet sowieso nicht viel.“ Er erwähnte zudem, dass Rodri bereits den Ballon d’Or gewonnen habe und deshalb ruhig sei.

Der französische Stürmer Mbappé, der in den letzten zwölf Monaten keinen Titel gewonnen habe, verteidigte seine Kandidatur in einem Interview mit RFI. Er sprach über seine afrikanischen Wurzeln – sein Vater sei Kameruner, die Mutter algerisch – und erklärte, er wolle den Ballon d’Or Afrika widmen.

Kane, 33, bleibt zurückhaltend und wiederhole die klassische Fußball‑Floskel: „Ich rede nicht wirklich gern über mich selbst. Ich lasse lieber meinen Fußball für mich sprechen, meine Taten auf dem Platz.“ Der FC Bayern unterstütze ihn jedoch aktiv mit eigenen Medienbeiträgen, in denen Statistiken und Videos seine Qualifikationen hervorheben.

Matthäus nutzte die Gelegenheit, um selbst für Kane zu werben: „Er hat viel vorzuweisen: Titel, gute Leistungen, viele Tore, großen Unterhaltungswert und vor allem ein sauberes Auftreten nach außen.“ Damit habe er deutlich gemacht, dass im diesjährigen Ballon‑d’Or‑Wahlkampf nicht nur sportliche Fakten, sondern auch die Fähigkeit, Argumente zu verkaufen, entscheidend seien.

Die 100 stimmberechtigten Journalisten, die den Preis vergeben, können laut Bericht sowohl Tore, Titel, individuelle Leistungen als auch Auftritte bei der Weltmeisterschaft berücksichtigen. Dennoch scheinen die öffentlichen Kampagnen der Kandidaten zunehmend das Bild zu prägen, das die Jury letztlich sieht.