SoftBank, der japanische Technologiekonzern von Masayoshi Son, hat laut Bloomberg vertraulichen Quellen den Start einer der größten Unternehmens‑Junk‑Bond‑Emissionen aller Zeiten angekündigt. Das Angebot umfasst drei US‑Dollar‑Tranchen: 1 Milliarde USD mit 3,5‑jähriger Laufzeit zu 8,75 %–8,875 %, 4,5 Milliarden USD mit 5,5‑jähriger Laufzeit zu 9,375 %–9,5 % und eine weitere Tranche mit 7,5‑jähriger Laufzeit, für die fast 10 % Rendite (9,75 %–9,875 %) gefordert werden.

Zusätzlich soll ein Euro‑Teil von rund 1 Milliarde Euro emittiert werden, wobei vierjährige Anleihen mit etwa 7,5 % und sechsjährige Anleihen mit 8,25 %–8,5 % Rendite angeboten werden. Insgesamt strebt SoftBank ein Emissionsvolumen von über 11 Milliarden USD an, aufgeteilt in etwa 10 Milliarden USD und 1 Milliarde Euro.

Die Renditen liegen deutlich über den aktuellen zehnjährigen US‑Staatsanleihen, die bei 4,99 % liegen, und über den von den sogenannten „Big‑4“‑Tech‑Giganten (Amazon, Alphabet, Meta, Microsoft) emittierten Anleihen, die bei rund 5,6 % liegen. Damit muss SoftBank Investoren deutlich höhere Erträge bieten, um das höhere Ausfallrisiko zu kompensieren.

Das Kreditrating von SoftBank wird von S&P mit BB+ (höchste spekulative Stufe) bewertet. Für Anleihen im B‑Rating liegt die durchschnittliche Marktrendite bei etwa 7,5 %, für BB‑Rating‑Anleihen bei 6,55 %. SoftBanks geforderte Renditen liegen damit mehrere Prozentpunkte über den Durchschnitt ihrer Rating‑Klasse.

Die Marktpreise für Kreditausfallversicherungen (CDS) spiegeln das erhöhte Risiko wider: Die Spread‑Kosten für SoftBank sind seit Juni von 280 Basispunkten auf 380 Basispunkte gestiegen, während sie für Alphabet von 50 auf 69 Basispunkte zugenommen haben.

Bereits am späten Mittwochnachmittag in Asien habe das Orderbuch für den Dollar‑Teil der Emission die Schwelle von 30 Milliarden USD überschritten, so vertraute Marktteilnehmer. Das deutet auf starkes Interesse von Investoren hin, trotz der hohen Risikobewertung.

SoftBank nutzt die Anleiheaufnahme, um Verpflichtungen gegenüber dem KI‑Entwickler OpenAI in Höhe von fast 65 Milliarden USD zu refinanzieren und weitere M&A‑Aktivitäten im KI‑Sektor zu finanzieren. Der Konzern positioniert sich damit als einer der größten privaten Geldgeber für KI‑Infrastruktur, während gleichzeitig die weltweiten KI‑bezogenen Anleiheemissionen bis 2026 voraussichtlich 575 Milliarden USD erreichen sollen.

Analysten warnen jedoch, dass die wachsende Verschuldung im KI‑Sektor das Risiko eines Marktrückschlags erhöhen könnte, falls die erwarteten Erträge aus den KI‑Investitionen ausbleiben. Die hohen Renditen von SoftBank spiegeln diese Unsicherheit wider und könnten die Kosten für zukünftige Finanzierungen weiter in die Höhe treiben.