Donald Trump sprach am Dienstagabend während seiner Rede vor den Vereinten Nationen in New York über ein kürzlich stattgefundenes Treffen zwischen US‑Vertretern und iranischen Gesandten. Er bezeichnete das Gespräch als „sehr produktiv“ und kündigte an, dass weitere Kontakte geplant seien. Laut Trump nahmen die Sonderbeauftragten Steve Witkoff und Jared Kushner an den Verhandlungen teil.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, bestätigte über die Islamic Republic News Agency, dass die Gespräche über Katar liefen und dazu dienten, iranische Forderungen zu übermitteln – darunter ein Ende der Kämpfe, die Aufhebung der US‑Blockade und die Freigabe von Teheraner Vermögenswerten.

Die Marktreaktion war sofort spürbar: Der Brent‑Rohölpreis fiel von 99,80 $ auf 98,32 $ pro Barrel. Gleichzeitig erreichte das Handelsvolumen von Brent‑Put‑Optionen ein Rekordhoch von rund 764 000 Kontrakten, wie vorläufige Daten von ICE Futures Europe zeigen. Ein Großteil dieser Optionen konzentrierte sich auf enge Put‑Spreads, etwa 110 000 für Dezember mit Ausübungspreisen 70/69 $, 40 000 für November bei 93/92 $ und 38 500 für Februar ebenfalls bei 70/69 $ – zusammen mehr als die Hälfte aller gehandelten Kontrakte.

Analysten warnten jedoch vor übermäßiger Euphorie. John Driscoll, Direktor bei JTD Energy Services, betonte, dass Optimismus über die diplomatischen Fortschritte die Realität nicht verdrängen dürfe. Die Hoffnungen, dass die Gespräche zu einer Öffnung der Straße von Hormus führen und die Houthi‑Angriffe auf Saudi‑Arabien nachlassen könnten, seien bislang „sehr wacklig“, da ähnliche Erwartungen in den vergangenen Monaten nicht erfüllt wurden.

Parallel dazu gibt es Berichte, dass Saudi‑Arabien seine wichtige Pipeline nach Yanbu, mit einer Durchleitungskapazität von sieben Millionen Barrel pro Tag, wieder aktivieren wolle. Die Pipeline war zuvor von Houthi‑Kräften beschädigt worden und befinde sich in schneller Reparatur. Sollte sie wieder in Betrieb gehen, könnte das zusätzliche Angebot den Ölmarkt weiter belasten.

Insgesamt deuten die jüngsten Preisrückgänge und die Rekord‑Bärenpositionen darauf hin, dass Marktteilnehmer von einer möglichen Entspannung im Nahen Osten ausgehen. Ob die angekündigten Gespräche tatsächlich zu einer dauerhaften Öffnung des Hormus und zu einer Reduktion der geopolitischen Spannungen führen, bleibt jedoch ungewiss.