An der virtuellen Versammlung am Freitagnachmittag nahmen 233 Delegierte teil. Nach 41 Minuten war die Entscheidung gefallen. DFB-Präsident Bernd Neuendorf begründete den Schritt mit dem verschärften internationalen Wettbewerb und erheblichen Investitionen der Konkurrenz. Ziel sei es, den deutschen Frauenfußball dauerhaft an der Spitze zu halten.

Der Grundlagen- und Pachtvertrag regelt die Zusammenarbeit von DFB und Ligaverband einschließlich der finanziellen Beziehungen. Für die Abstellung von Spielerinnen zu den Nationalmannschaften zahlt der DFB der FBL jährlich zwischen 1,4 und 1,6 Millionen Euro. Außerdem erhält die Liga 50 Prozent eines möglichen wirtschaftlichen Überschusses aus Endturnieren der Frauen-A-Nationalmannschaft. Umgekehrt gehen unter anderem drei Prozent der Medienerlöse an den DFB.

Die FBL bleibt über ihre Verbandsstruktur mit dem DFB verbunden: Der FBL e.V. wird ordentliches Mitglied, seine Präsidentin Katharina Kiel zieht in das DFB-Präsidium ein. Kiel sieht damit die Grundlage geschaffen, die Bundesliga sportlich und wirtschaftlich in eigener Verantwortung weiterzuentwickeln.

Für den operativen Betrieb soll eine Tochtergesellschaft in Form einer GmbH entstehen. Sie wird zentrale Aufgaben wie Organisation, Vermarktung und Weiterentwicklung der Liga übernehmen. Eine externe Personalberatung sucht bereits nach einer hauptamtlichen Geschäftsführung. Als Sitz ist die ehemalige DFB-Zentrale in Frankfurt am Main vorgesehen.

Der Entscheidung ging ein Konflikt über die Zuständigkeiten voraus. Ursprünglich hatten DFB und FBL ein gemeinsames Unternehmen geplant. Der Streit um Entscheidungsbefugnisse eskalierte am Tag nach der Vergabe der Europameisterschaft 2029 an Deutschland. Die FBL gründete sich daraufhin im Dezember 2025 eigenständig. Ende Juni stimmten die 14 Klubs dem im Mai ausgehandelten Grundlagenvertrag zu.

Die Vereine wollen mit der neuen Struktur ihre Position im europäischen Wettbewerb stärken. Zahlreiche Spitzenspielerinnen haben die Bundesliga verlassen, auch die Ergebnisse im Europapokal blieben hinter früheren Erfolgen zurück. In den kommenden Jahren planen die Klubs Investitionen von 700 bis 800 Millionen Euro. Der DFB hat weitere 100 Millionen Euro für den Frauenfußball zugesagt.

Eine der ersten Aufgaben ist die Vergabe der Medienrechte. Die bestehenden TV-Verträge laufen aus; noch in diesem Jahr sollen die Rechte für die nächsten beiden Spielzeiten vergeben werden. Kiel stellte dabei die Reichweite in den Vordergrund und erklärte, die Liga wäre froh, ihr bisheriges Erlöspotenzial zu erhalten.

Bislang bringen die Medienrechte jährlich 5,17 Millionen Euro ein. Alle Spiele sind bei MagentaTV und DAZN zu sehen, die Montagspartien zusätzlich bei Sport1. ARD und ZDF übertragen ausgewählte Begegnungen.

Offen bleibt auch eine mögliche Reform des Wettbewerbsformats. Die FBL erwägt Playoffs, um den Titelkampf abwechslungsreicher zu machen. Bayern München und der VfL Wolfsburg, die sämtliche Meisterschaften der vergangenen 14 Jahre unter sich ausmachten, lehnen solche Pläne ab. Eine Versammlung der Vereine soll am 30. November darüber entscheiden.