Angesichts historisch hoher Kraftstoffpreise – am 16. September lag der Durchschnittspreis für Super‑E10 bei 2,314 € pro Liter und für Diesel bei 2,453 € – prüft die schwarz‑rote Koalition ein neues Entlastungsinstrument, das Millionen von Autofahrern zugutekommen soll.

Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bereits am 15. September beim Unternehmer‑Tag des Bundesverbands Groß‑, Außen‑ und Dienstleistungs­handel erklärt, dass für viele Menschen die Belastungsgrenze erreicht sei, und versprach, bald einen konkreten Vorschlag vorzulegen.

Nach Angaben von ZDFheute zeichneten sich am Nachmittag des 18. September 2026 in den Regierungsberatungen konkrete Eckpunkte ab: Ein befristeter Tankrabatt von rund 17 Cent je Liter, finanziert von Bund und Ländern, soll zum 1. Oktober beginnen und bis Ende Dezember laufen. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 2,5 Milliarden Euro.

Zusätzlich zum Rabatt werden ein Einmal‑Zahlungs­programm für Haushalte mit niedrigerem Einkommen ab 2027 sowie Hilfen für energieintensive Unternehmen diskutiert. Ein an den Rohölpreis gekoppelter Preisdeckel wird von der Union abgelehnt, während eine Mehrwertsteuersenkung und eine mögliche Übergewinn‑Steuer für Mineralölkonzerne ebenfalls im Gespräch sind.

Ein endgültiger Beschluss liegt bislang nicht vor; die Regierung hat lediglich bestätigt, dass sie gemeinsam mit den Ländern zügig Maßnahmen prüft. Experten gehen davon aus, dass die wahrscheinlichste Variante eine erneute befristete Senkung der Energiesteuer ist, deren Wirksamkeit davon abhängt, ob die Ersparnis vollständig an die Tankstellen weitergereicht wird.

Mit rund 49,5 Millionen zugelassenen Pkw zum 1. Januar 2026 – die höchste Zahl seit Bestehen des Kraftfahrt‑Bundesamtes – könnte die Maßnahme einen erheblichen Teil der deutschen Autofahrer direkt betreffen.

Der genaue Zeitpunkt, zu dem die Koalition ihr Entlastungs­paket offiziell vorstellen wird, bleibt offen. Bis dahin bleibt abzuwarten, ob die geplante Preisreduktion tatsächlich an der Zapfsäule ansetzt oder gezielter über Haushaltshilfen umgesetzt wird.