Lutz Meuthen, 27, arbeitet als Tischler im Kulissenbau des Rheinischen Landestheaters Neuss und hat für Stücke wie „Mon Père“, „Ewig Jung“ und „Rotkäppchen“ das Bühnenbild geschaffen.

Seine Leidenschaft für das Handwerk entwickelte er bereits in der Schule; nach dem Abschluss begann er eine klassische Tischlerausbildung, zunächst in einer Werkstatt in Jüchen, bevor er auf Anraten eines Mit‑Azubis zum Theater wechselte.

Am Landestheater absolvierte er drei weitere Ausbildungsjahre, besucht derzeit die Meisterschule und soll diese voraussichtlich im kommenden Jahr abschließen.

Meuthen beschreibt das Arbeitsklima im Theater als familiär: Geburtstage werden gemeinsam gefeiert und Kolleginnen und Kollegen begegnen sich auf Augenhöhe.

Seine Aufgaben reichen über das reine Holzhandwerk hinaus: Er näht große Vorhänge, polstert Stühle und fertigt komplexe Set‑Elemente, etwa einen komplett aus Holz nachgebauten Flügel, in den später ein E‑Piano eingebaut wurde.

Die Zusammenarbeit mit Bühnenbildnern ist oft herausfordernd, weil deren künstlerische Vorstellungen mit Budget, Bau‑ und Transportmöglichkeiten abgestimmt werden müssen; ein gemeinsamer Kompromiss sei das Ziel.

Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm ein riesiger Koffer, der in „Rotkäppchen“ gleichzeitig als Wohnung und Vorgarten dient, sowie der erwähnte Flügelnachbau für „Ewig Jung“.

Meuthen betont, dass das Publikum das fertige Bühnenbild sieht, während die Arbeit der Kulissenbauer, Techniker und Bühnenbildner meist unsichtbar bleibt, doch er empfindet große Befriedigung, wenn die Premiere seine Schöpfungen zum Leben erweckt.

Mit dem bevorstehenden Abschluss seiner Meisterausbildung plant er, weiterhin maßgeblich an zukünftigen Produktionen des Theaters mitzuwirken und seine handwerklichen Fähigkeiten weiter auszubauen.