In dem am 22. September erscheinenden Buch des ehemaligen Oberhauses‑Abgeordneten und freien Journalisten Charles Spencer, das den provokanten Untertitel „Schwanengesang“ trägt, wird dem Monarchen eine „brutale Gefühllosigkeit“ nach dem Tod von Lady Diana vorgeworfen. Spencer schreibt, er habe am Tag des Unfalls in Kapstadt den Telefonat‑Ton von Charles als „giddy“ (beschwingt) empfunden und zitiert angeblich den Satz: „Wir werden sie bald genug vergessen.“
Die britische Tageszeitung The Times bezeichnete das Buch als „Schlicht und einfach eine Abrechnung“ mit König Charles III. und sprach von einer „blutigen Fehde im Stil von Shakespeare“, während der Daily Telegraph den Angriff als „unverzeihlich, bedauerlich und bedeutungslos“ bezeichnete. Beide Medien berichteten zudem über die „15 wichtigsten Behauptungen“ des Buches.
Der Buckingham‑Palast reagierte mit einer Erklärung, in der er betonte, dass Seine Majestät zwar aus Prinzip keine Kommentare zu Büchern abgebe, aber sich bewusst sei, dass „der Schmerz brüderlicher Trauer das Urteilsvermögen trübe und die Erinnerung verfärbe“. Damit wurde impliziert, dass die Vorwürfe aus einer emotional belasteten Sichtweise resultieren könnten.
Dickie Arbiter, damaliger Pressesprecher von Königin Elisabeth II., wies die Behauptungen in einem BBC‑Interview zurück und erklärte, Charles sei nach Dianas Tod „am Boden zerstört“ gewesen und es sei „unmöglich, dass er jemals so etwas gesagt hätte“. Er bezeichnete Spencer zudem als „Unsinn redend“.
Die Kontroverse hat die britische Boulevardpresse in Aufruhr versetzt. Die Daily Mail veröffentlichte bereits Auszüge aus dem Buch, während The Sun das Werk als „hastig zusammengeschustert“ kritisierte, um die Royals in Verlegenheit zu bringen. Spencer selbst wurde als „widerlicher, selbstherrlicher Kröterich“ bezeichnet.
Ein möglicher Nebeneffekt der Debatte könnte die geplante TV‑Dokumentation von Prinz Harry zum 30. Todestag seiner Mutter sein. Laut Spencer habe Harry „absolut kein Problem“ mit dem Buchinhalt, doch bislang sei noch nichts entschieden worden.
Die Veröffentlichung des Buches hat damit nicht nur das Bild des Königs in den Medien belastet, sondern auch die ohnehin angespannte Beziehung zwischen den Royals und der Presse weiter verschärft.