Xavi Hernández, 46, trat am Montag offiziell sein Amt als Trainer der niederländischen Nationalmannschaft an und bezeichnete das Amt als „Universität des Fußballs“. Damit ist er der erste ausländische Trainer seit Ernst Happel, der 1978 das Amt übernahm – ein Abstand von fast fünf Jahrzehnten.
In seiner Einführungsrede betonte Xavi, dass er die Mannschaft mit mehr Offensive und Initiative ausstatten wolle. Er verwies dabei auf seine prägenden Erfahrungen bei Barcelona unter Louis van Gaal und Pep Guardiola und versprach, dass das Team mit Leidenschaft und Intensität spielen werde, ohne jedoch konkrete Ergebnisse zu garantieren.
Das von Xavi vorgestellte Kader umfasst 26 Spieler, von denen 18 im Sommer bei der WM im Achtelfinale gegen Marokko im Elfmeterschießen standen. Der Torhüter Bart Verbruggen von Brighton & Hove Albion bleibt die unangefochtene Nummer eins, während Kapitän und Abwehrchef Virgil van Dijk seine Führungsrolle weiterführt, wie der neue Trainer bestätigte.
Ein besonderes Augenmerk legt Xavi auf den neu in den Kader berufenen Mittelfeldspieler Joey Veerman, der zuletzt für Borussia Dortmund spielte. Xavi lobte Veermans Technik und Passspiel und sieht in ihm einen potenziellen Taktgeber für den Spielaufbau. Veerman könnte damit die magische Marke von 100 Länderspielen erreichen, wenn er regelmäßig berufen wird.
Im Sturm stehen Donyell Malen und Brian Brobbey zur Verfügung. Malen musste wegen einer Muskelverletzung ausfallen, während Brobbey zuletzt mit einem Dreierpack gegen Manchester City auf sich aufmerksam machte. Xavi hofft, dass die Offensivreihe unter seiner Führung wieder zu alter Stärke zurückfindet.
Nach dem Deutschland‑Duell folgen weitere Nations‑League‑Termine: ein Auswärtsspiel gegen Serbien am 27. September, ein Rückspiel am 4. Oktober und ein Spiel in Griechenland am 1. Oktober. Xavi wird damit die Chance haben, seine Spielphilosophie in mehreren Begegnungen zu testen.
Der spanische Trainer betonte zudem seine persönliche Verbindung zu den Niederlanden, die von der Philosophie Rinus Michels über Johan Cruyff bis zu Louis van Gaal und Frank Rijkaard reicht. Diese historischen Bezüge soll er nutzen, um das Oranje wieder zu Erfolgen zu führen.