Nach Darstellung von mit den Vorgängen vertrauten Personen, über die Bloomberg berichtet, will Oracle Zahlungen aufschieben können, falls das Rechenzentrum nicht bis 2028 betriebsbereit ist. Die Mitteilung richte sich an eine Tochtergesellschaft von Blue Owl; sie bedeute nach diesen Angaben keinen Ausstieg aus dem Mietvertrag. Oracle bestätigte den Zeitplan, wollte sich zu dem Schreiben aber nicht äußern. Blue Owl lehnte einen Kommentar ab.
Der geplante Campus soll eine Leistung von 2,45 Gigawatt erreichen. Das Projekt steht jedoch vor offenen Infrastruktur- und Genehmigungsfragen: Ein wichtiger Antrag im Zusammenhang mit der Stromversorgung wurde abgelehnt, und eine Pipeline, die das Gelände versorgen soll, dürfte sich nach wiederholten verweigerten Streckengenehmigungen bis zum 1. Februar 2027 verzögern.
Die Unsicherheit schlägt auf die Finanzierung durch. An das Vorhaben gekoppelte Anleihen werden laut dem Bericht unter 90 Cent je Dollar gehandelt; 20 Banken haben dem Projekt 18 Milliarden Dollar geliehen. Die Force-Majeure-Mitteilung schafft damit zusätzliche Unklarheit über die Bedingungen, unter denen Oracle Zahlungen leisten muss, während das Unternehmen öffentlich an der planmäßigen Fertigstellung festhält.