Im vergangenen Sommer hätten sich die Münchner eine dauerhafte Lösung für Boey vorstellen können, doch ein Abschied kam nicht zustande. Auch im kommenden Winter dürfte ein Transfer wieder zum Thema werden. Die Aussichten sind allerdings überschaubar: Beim deutschen Rekordmeister herrscht derzeit wenig Zuversicht, den Franzosen im Januar verkaufen zu können. Es gebe lediglich eine geringe Hoffnung, mit einem anderen Klub eine Einigung zu erzielen.

Das größte Hindernis ist die fehlende Nachfrage. Aktuell ist offenbar überhaupt kein konkreter Abnehmer für den 26-Jährigen in Sicht. Im vergangenen Sommer hatte es noch Interesse aus Saudi-Arabien gegeben, zu einem Wechsel kam es jedoch nicht.

Neben einem interessierten Klub spielt Boeys eigene Haltung eine entscheidende Rolle. Der Franzose ist demnach nicht bereit, für jedes Angebot beziehungsweise in jede Liga zu wechseln. Hinzu kommen die finanziellen Rahmenbedingungen: Boey verdient beim FC Bayern gut, Gerüchten zufolge zwischen drei und vier Millionen Euro pro Jahr. Das erschwert einen Transfer für potenzielle Interessenten zusätzlich. Für den Spieler selbst besteht wiederum wenig Grund, München für ein finanziell deutlich schlechteres Angebot zu verlassen.

Die Ausgangslage ist damit kompliziert. Bayern benötigt einen Verein, der sowohl die wirtschaftlichen Vorstellungen der Münchner erfüllt als auch für Boey selbst attraktiv genug ist. Dass die Situation unbefriedigend ist, hängt auch mit der ursprünglichen Investition zusammen. Bayern verpflichtete Boey von Galatasaray, nachdem auf der rechten Abwehrseite kurzfristig Handlungsbedarf entstanden war. 30 Millionen Euro Ablöse flossen damals nach Istanbul, weitere fünf Millionen Euro konnten über Bonuszahlungen hinzukommen.

Nach dem gescheiterten Abschied im Sommer hatte Trainer Vincent Kompany klargestellt, dass Boey wieder die volle Unterstützung erhält. Gleichzeitig machte der Belgier deutlich, wie schwierig dessen sportliche Situation ist. „Allein auf der Position haben wir Josip Stanisic und Konrad Laimer und der Konkurrenzkampf ist da schon hart“, erklärte Kompany. Mit Blick auf Boeys Chancen betonte er: „Doch im Fußball kann alles passieren, wenn man die richtige Einstellung hat.“

Auch Sportvorstand Max Eberl hatte die Tür für einen späteren Abschied bewusst offengelassen: „Er ist im Kader. Er wird jetzt hier bleiben. Dann ist das eben so“ und ergänzte mit Blick auf die nächste Transferperiode: „Und dann schauen wir, was im Winter ist.“ Genau dieser Zeitpunkt rückt näher. Eine konkrete Lösung zeichnet sich laut Falk allerdings nicht ab. Sollten in den kommenden Monaten keine neuen Interessenten auftauchen, könnte sich das Boey-Dilemma beim FC Bayern über den Winter hinaus fortsetzen.