Lawall verwies in der jüngsten Sitzung des Wellesweiler Ortsrats auf verbindliche Schwellenwerte: Ab 26 Grad Celsius sollten Maßnahmen ergriffen werden, ab 30 Grad seien sie verpflichtend. Ab 35 Grad seien Arbeitsräume nicht mehr als solche geeignet. Das gelte besonders für Betreuungsräume, in denen sich Kinder aufhalten, und mache dort eine konsequente Weiterentwicklung des Hitzeschutzes erforderlich.

Bereits umgesetzt wurden nach Angaben des Bauamts unter anderem Sonnenschutzfolien und Verschattungsanlagen. Nach dem vergangenen Sommer sei es notwendig, diese Maßnahmen zu überprüfen und gegebenenfalls auszuweiten. In den am stärksten betroffenen Einrichtungen und Räumen wurden Temperaturmessungen vorgenommen und die größten Problemzonen identifiziert. Nun gehe es darum, die Erkenntnisse in den kommenden Jahren zu verfeinern und die Wirksamkeit umgesetzter Schritte kontinuierlich zu prüfen.

Als Sofortmaßnahme müssten vorhandene Lüftungsanlagen richtig genutzt werden, betonte Lawall. Kurzfristig sollten mobile Klimageräte auf Eignung und Wirkung überprüft werden. Außerdem könnten Jalousien angebracht oder ergänzt werden, auch eine Außenbegrünung sei eine Option. Mittelfristig könnten Fassadenbegrünungen helfen, ebenso Dachbegrünungen. Auch Wasserspielplätze, Nebelduschen im Außenbereich oder eine Klimatisierung würden derzeit geprüft. Als langfristige Maßnahme nannte er Baumpflanzungen, die eine erhebliche Kühlleistung bringen könnten.

Ziel ist es, bis Mitte 2027 für jede städtische Kinderbetreuungseinrichtung ein eigenes Hitzeschutzkonzept zu erstellen. „Natürlich können wir nicht alles auf einmal machen“, räumte Lawall ein. „Aber irgendwo müssen wir anfangen.“

Zu Beginn der Sitzung in der Awo-Begegnungsstätte stellte sich Katerina Sauer vor, die seit Juli im Neunkircher Rathaus als Koordinatorin für Migration und Integration tätig ist. Sie erläuterte ihre Aufgaben und ihr Betätigungsfeld, sprach von der „Balance zwischen Erstintegration und nachrückender Integration“ und bezeichnete sich als „Wegweiser, jedoch ohne Entscheidungsbefugnis“. Die Mitarbeiterin des Amtes für soziale Dienste, Kinder, Jugend und Senioren bot sich auch den Ortsräten als Ansprechpartnerin an.