Der Indexanbieter Stoxx hat bereits Anfang September angekündigt, dass die Vorzugsaktie von Volkswagen (VW) nach Börsenschluss am Freitag aus dem Euro Stoxx 50 entfernt wird. Damit gehört das Unternehmen ab dem Handelsbeginn am Montag, dem 21. September, nicht mehr zu den 50 größten börsennotierten Unternehmen der Eurozone.

Grund für die Streichung ist der Rückgang der Marktkapitalisierung im Streubesitz. Seit Jahresbeginn hat die VW‑Aktie rund 22 % an Wert verloren, über fünf Jahre hinweg liegt das Minus bei fast 60 %. Durch diesen Kursverlust ist das Unternehmen im Ranking der Euro‑Stoxx‑Komponenten nach unten gerutscht und erfüllt die Schwelle für die Aufnahme nicht mehr.

Für das operative Geschäft von Volkswagen ändert sich durch den Ausschluss nichts – das Unternehmen bleibt börsennotiert und die Aktien können wie gewohnt gehandelt werden. Dennoch ist die Zugehörigkeit zu einem führenden Blue‑Chip‑Index für die Wahrnehmung an den Kapitalmärkten bedeutsam. Fonds, die den Euro Stoxx 50 nachbilden, müssen ihre VW‑Positionen verkaufen und gleichzeitig die neu aufgenommenen Aktien von Engie und Nokia kaufen, was kurzfristig zu zusätzlichen Kauf‑ und Verkaufsaufträgen und damit zu Kursbewegungen führen kann.

Ein Sprecher des Konzerns betonte, dass die Indexzugehörigkeit nichts an der fundamentalen Stärke von Volkswagen ändere. Mit dem im September beschlossenen Zukunftsplan will das Unternehmen Kosten senken, Strukturen vereinfachen und die operative Umsatzrendite bis 2030 auf acht bis zehn Prozent steigern. Das langfristige Ziel sei, die Kriterien für eine Rückkehr in den Euro Stoxx 50 wieder zu erfüllen.

Nach dem Ausscheiden von VW bleiben weitere deutsche Automobilhersteller im Leitindex: BMW und Mercedes‑Benz. Insgesamt zählen nach der Neuzusammensetzung 17 deutsche Unternehmen zum Euro Stoxx 50, darunter auch Adidas, Allianz, BASF, Bayer und mehrere Finanz‑ und Technologiekonzerne.

Am deutschen Aktienmarkt zeigte sich am Freitag ein leichter Rückgang, der DAX lag im Mittags‑Handel im Minus. Anleger bleiben angesichts der angespannten Lage im Nahen Osten, Unsicherheiten bei der Öl‑ und Gasversorgung sowie eines großen Verfallstags an den Terminbörsen vorsichtig.