Boteli war 2022 von Servette Genf zu Borussia Mönchengladbach gewechselt und überzeugte in der Jugend: Für die U17 erzielte er elf Tore in 17 Spielen, für die U19 sogar 32 Treffer in 39 Einsätzen. Bei den Profis erhielt er jedoch keine Chance.

2025 wurde er an den FC Sion verliehen. Die Schweizer besaßen eine Kaufoption in Höhe von 3,5 Millionen Euro, die sie im vergangenen Sommer zogen. Für Schweizer Verhältnisse war die Summe hoch, doch Gladbach verlor damit ein Supertalent für vergleichsweise wenig Geld. Der Marktwert Botelis wird beim Portal Transfermarkt bereits auf fünf Millionen Euro geschätzt – mit steigender Tendenz.

In dieser Saison trifft Boteli für Sion wie am Fließband: In 14 Einsätzen erzielte er zwölf Tore und bereitete fünf weitere vor. Nun wurde der 20-Jährige erstmals für die Schweizer Nati nominiert, für die er in den kommenden Länderspielen sein Debüt geben dürfte. Nati-Coach Murat Yakin zeigte sich hoch erfreut, dass sich Boteli zu den Eidgenossen bekannt hat – auch die DR Kongo hatte zuletzt um ihn gebuhlt.

Die sportliche Leitung von Borussia Mönchengladbach steht seit Jahren in der Kritik. Sportchef Rouven Schröder hatte sich mit Eugen Polanski in die neue Saison gewagt, was sich schnell als falsch herausstellte. Auch sein Vorgänger Roland Virkus griff häufig daneben und gab viel Geld für Tomas Cvancara, Nathan Ngoumou oder Jonas Omlin aus – Spieler, die zu Transferflops verkamen. Doch die vielleicht größte Fehlentscheidung war der Verkauf von Boteli.

Sollte Boteli seine Entwicklung fortsetzen, dürfte im kommenden Sommer der Schritt zu einem größeren Klub winken. Eine zweistellige Millionen-Ablöse scheint nicht abwegig. Am Niederrhein muss man sich ärgern, solch ein vielversprechendes Talent leichtfertig abgegeben zu haben.